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26.09.26

Brautkleid, A-Linien-Taille, Spitze, V-Ausschnitt, Blumenapplikationen

Brautkleid-Guide: Die wichtigsten Begriffe, Stoffe & Schnitte einfach erklärt

Wer zum ersten Mal ein Brautmodengeschäft betritt, begegnet schnell einer ganz eigenen Sprache. A-Linie, Fit & Flare, Mikado, Illusion, Sweetheart oder Organza – vieles klingt zunächst komplizierter, als es tatsächlich ist. Dabei musst du natürlich keine Brautmode-Expertin werden, bevor du dein Traumkleid findest. Einige Begriffe zu kennen, kann die Suche aber deutlich einfacher machen. Vor allem hilft es dir dabei, genauer zu beschreiben, was dir gefällt, worin du dich wohlfühlst und welche Details dir für deinen Hochzeitstag wichtig sind.

Und genau darum geht es in diesem Brautkleid-Guide. Wir erklären dir die wichtigsten Begriffe rund um Schnittformen, Stoffe und Details verständlich und ohne unnötiges Fachchinesisch. Gleichzeitig schauen wir auf Dinge, die bei wunderschönen Hochzeitsfotos schnell in den Hintergrund geraten: Kannst du dich in dem Kleid gut bewegen? Was passiert mit einer langen Schleppe nach der Trauung? Welche Unterwäsche funktioniert unter welchem Oberteil? Und warum solltest du deine Brautschuhe spätestens zur finalen Anpassung des Kleides dabeihaben?

Die Silhouette: Wie dein Brautkleid seine Form bekommt

Bevor Spitze, Perlen oder ein besonderer Ausschnitt ins Spiel kommen, bestimmt vor allem die Silhouette die Wirkung eines Brautkleides. Gemeint ist damit vereinfacht gesagt die äußere Form des Kleides: Wo liegt es körpernah an, wo wird es weiter und wie fällt der Rock?

Ein wichtiger Tipp für die Anprobe: Lass dich nicht zu sehr von vermeintlichen Regeln für bestimmte Figurtypen beeinflussen. Ein Kleid, das auf einem Foto perfekt aussieht, kann sich angezogen völlig anders anfühlen – und umgekehrt. Probiere ruhig auch eine Silhouette an, die du ursprünglich ausgeschlossen hattest. Entscheidend ist nicht, ob ein Schnitt laut irgendeiner Tabelle zu deiner Figur „passt“, sondern ob du dich darin gerne siehst, dich gut bewegen kannst und dich als du selbst fühlst.

A-Linie – der vielseitige Klassiker

Die A-Linie gehört zu den bekanntesten Brautkleid-Silhouetten. Das Oberteil liegt meist körpernah an, während sich der Rock nach unten zunehmend öffnet. Dadurch erinnert die Kontur an den Buchstaben A. Wie weich oder voluminös die Linie tatsächlich wirkt, hängt stark vom verwendeten Stoff und vom Unterbau des Kleides ab.

Eine fließende A-Linie aus Chiffon kann beispielsweise leicht und sommerlich wirken, während ein Modell aus einem festeren Stoff deutlich klarer und eleganter fällt. Genau deshalb lohnt es sich, bei der Brautkleidsuche nicht ausschließlich nach dem Namen einer Silhouette zu gehen.

Prinzessin oder Ballgown – wenn der Rock die Hauptrolle spielt

Ein schmales oder figurbetontes Oberteil und ein deutlich ausgestellter, voluminöser Rock prägen den klassischen Prinzessinnen-Look. Je nach Konstruktion sorgen mehrere Stofflagen, Tüll oder ein Reifrock für das gewünschte Volumen.

Wer sich einen großen Auftritt wünscht, findet hier viele Möglichkeiten – von romantisch-verspielt bis überraschend reduziert. Denn ein voluminöser Rock muss keineswegs automatisch mit viel Spitze und Glitzer kombiniert werden. Gerade Modelle aus glattem Satin oder Mikado können trotz ihrer Größe sehr modern und puristisch wirken.

Fit & Flare und Mermaid – körpernah mit unterschiedlicher Wirkung

Bei Fit & Flare liegt das Brautkleid zunächst näher am Körper und geht anschließend in einen ausgestellten Rock über. Wann genau diese Erweiterung beginnt, kann von Modell zu Modell unterschiedlich sein. Die Silhouette verbindet dadurch eine körperbetonte Form mit mehr Bewegungsfreiheit im unteren Bereich.

Die Mermaid- oder Meerjungfrauen-Silhouette setzt diesen Effekt meist ausgeprägter ein: Das Kleid bleibt länger eng anliegend und öffnet sich erst weiter unten deutlich. Das erzeugt die charakteristische, dramatische Kontur. Bei der Anprobe lohnt sich hier ein ganz praktischer Test: nicht nur vor dem Spiegel stehen, sondern einige Schritte gehen, hinsetzen und wieder aufstehen. Schließlich möchtest du dein Brautkleid nicht nur für Fotos tragen.

Empire und Etui – zwei ganz unterschiedliche leichte Linien

Beim Empire-Kleid sitzt die betonte Linie bereits unterhalb der Brust. Von dort fällt der Stoff nach unten, häufig weich und fließend. Dadurch entsteht eine leichte, romantische Silhouette, die besonders schön mit beweglichen Stoffen harmoniert.

Ein Etui- oder Sheath-Kleid folgt dagegen einer eher geraden, schmalen Linie. Statt eines großen Rockvolumens steht die reduzierte Form im Mittelpunkt. Je nach Material kann der Look minimalistisch, elegant oder auch ausgesprochen lässig wirken.

Der Stoff verändert das ganze Kleid

Zwei Brautkleider können nahezu denselben Schnitt besitzen und trotzdem vollkommen unterschiedlich aussehen. Einer der wichtigsten Gründe dafür ist das Material. Ein Stoff kann fließen, glänzen, transparent wirken, Volumen halten oder dem Kleid eine fast skulpturale Form geben. Deshalb ist die Frage nach dem Stoff weit mehr als ein kleines Detail.

Chiffon – luftig und fließend

Chiffon ist fein, leicht und fällt besonders weich. Das Material wird häufig in mehreren Lagen verarbeitet und bewegt sich schön beim Gehen. Gerade bei sommerlichen, schlichten oder fließenden Brautkleidern ist Chiffon deshalb beliebt. Durch seine Leichtigkeit eignet er sich außerdem gut für Kleider, bei denen Bewegung wichtiger ist als ein stark aufgebautes Rockvolumen.

Tüll – von federleicht bis märchenhaft

Tüll begegnet dir bei Brautkleidern in sehr unterschiedlichen Formen. Feiner, weicher Tüll kann beinahe schwerelos wirken, während mehrere Lagen einem Rock deutlich mehr Volumen verleihen. Außerdem wird Tüll häufig als Träger für Spitze, Stickereien, Perlen oder andere Applikationen eingesetzt.

Wie ein Tüllkleid wirkt, entscheidet deshalb nicht allein das Material, sondern auch seine Verarbeitung. Wenige weiche Lagen können sehr zurückhaltend aussehen; viele übereinanderliegende Schichten erzeugen dagegen den typischen großen Brautrock.

Organza – leicht, aber mit mehr Stand

Organza wirkt ebenfalls fein und leicht, besitzt aber mehr Struktur als weich fallender Chiffon. Dadurch kann der Stoff Volumen erzeugen, ohne optisch besonders schwer zu erscheinen. Das macht ihn interessant für Brautkleider, bei denen der Rock eine erkennbare Form behalten und trotzdem eine gewisse Leichtigkeit ausstrahlen soll.

Satin – Glanz ist nicht gleich Material

Bei Satin lohnt sich ein genauerer Blick. Der Begriff beschreibt in erster Linie eine bestimmte Webart mit charakteristisch glatter, häufig glänzender Oberfläche – nicht automatisch eine bestimmte Faser. Satin kann beispielsweise aus Seide oder aus synthetischen Fasern gefertigt werden. Entsprechend unterschiedlich können Griff, Gewicht, Glanz und natürlich auch der Preis ausfallen.

Wenn dir also ein Satinkleid besonders gut gefällt, sagt „Satin“ allein noch nicht alles über seine Materialzusammensetzung aus. Ein Blick auf das Pflege- oder Materialetikett beziehungsweise eine Nachfrage im Brautmodengeschäft bringt Klarheit.

Mikado – klare Linien und eleganter Stand

Mikado besitzt im Vergleich zu sehr fließenden Stoffen mehr Körper und Struktur. Dadurch lassen sich klare Silhouetten, größere Röcke und markante Falten besonders schön formen. Seine vergleichsweise ruhige Oberfläche macht Mikado außerdem interessant für Bräute, die ein Kleid mit starker Form suchen, aber auf üppige Verzierungen verzichten möchten.

Spitze – nicht nur romantisch

Bei Spitze gibt es nicht den einen typischen Look. Sehr feine Spitzen können zart und zurückhaltend wirken, großflächige Muster ausgesprochen modern und dreidimensionale Applikationen beinahe plastisch. Spitze kann ein ganzes Kleid bestimmen oder nur an einzelnen Stellen auftauchen – etwa am Oberteil, an Ärmeln, am Rücken oder entlang einer Schleppe.

Deshalb lohnt es sich auch hier, weniger auf das Etikett „Spitzenkleid“ und stärker auf das konkrete Muster und dessen Verarbeitung zu achten. Dieselbe Silhouette kann mit einer filigranen Spitze völlig anders wirken als mit großen floralen Motiven.

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Ausschnitt und Oberteil: kleine Details mit großer Wirkung

Ist die grundsätzliche Silhouette gefunden, lohnt sich der Blick nach oben. Ausschnitt und Oberteil prägen den Gesamteindruck eines Brautkleides enorm. Gleichzeitig entscheiden sie darüber, wie viel Halt du empfindest, welche Unterwäsche infrage kommt und wie Schmuck, Schleier oder Frisur später wirken.

Auch hier gilt: Begriffe sind eine Orientierung und keine Vorschrift. Ein V-Ausschnitt kann sehr dezent oder ausgesprochen tief sein, ein schulterfreies Kleid romantisch oder minimalistisch wirken. Entscheidend ist immer das konkrete Modell – und wie du dich darin fühlst.

Sweetheart – die charakteristische Herzform

Beim Sweetheart-Ausschnitt verläuft die obere Kante des Kleides in einer geschwungenen Herzform. Besonders häufig findet man ihn bei trägerlosen oder korsagenähnlichen Oberteilen. Je nach Tiefe und Verarbeitung kann der Ausschnitt sehr klassisch, verspielt oder auch modern wirken.

V-Ausschnitt – von zurückhaltend bis zum Plunge

Der klassische V-Ausschnitt läuft zur Körpermitte spitz zu. Wie tief dieses V reicht, ist reine Designsache. Besonders tiefe Varianten werden häufig als Plunge- oder Plunging-Neckline bezeichnet. Transparenter Tüll kann dabei zwischen den beiden Seiten des Ausschnitts eingesetzt werden und zusätzlichen Halt geben, ohne die optische Wirkung des tiefen Ausschnitts stark zu verändern.

Off-Shoulder, Carmen und schulterfreie Looks

Bei einem Off-Shoulder-Design bleiben die Schultern frei, während Ärmel oder Träger seitlich über den Oberarmen verlaufen. Je nach Ausführung erinnert die Form an einen Carmen-Ausschnitt. Gerade bei solchen Kleidern solltest du während der Anprobe die Arme bewegen und anheben. Was beim ruhigen Stehen perfekt sitzt, muss schließlich auch beim Umarmen, Tanzen und Feiern funktionieren.

Illusion – wenn Stoff beinahe unsichtbar wird

Der Begriff „Illusion“ begegnet dir bei modernen Brautkleidern immer wieder. Gemeint ist sehr feiner, transparenter Tüll, der sich optisch möglichst unauffällig an die Haut anpasst. Darauf können Spitze, Stickereien, Perlen oder andere Applikationen befestigt werden. So entsteht beispielsweise der Eindruck eines tiefen Ausschnitts, eines freien Rückens oder von Spitze, die scheinbar direkt auf der Haut liegt.

Gerade bei Illusion-Details lohnt sich eine genaue Betrachtung bei Tageslicht. Je besser der Farbton des Tülls mit deinem Hautton harmoniert, desto unauffälliger wirkt der transparente Einsatz.

Korsage, Cups und Dessous: Was unter dem Brautkleid passiert

Ein Brautkleid muss nicht nur schön aussehen, sondern viele Stunden zuverlässig sitzen. Dafür ist die Konstruktion des Oberteils oft mindestens genauso wichtig wie das sichtbare Design. Eingearbeitete Cups, Stäbchen, feste Miederkonstruktionen oder eine Schnürung können dem Kleid Form und Halt geben.

Eine Korsage beziehungsweise ein korsagenähnliches Oberteil kann so konstruiert sein, dass zusätzliche Unterwäsche kaum oder gar nicht notwendig ist. Das lässt sich jedoch nicht pauschal für jedes Kleid sagen. Deshalb ist es sinnvoll, bereits bei der Anprobe zu klären, was unter deinem konkreten Modell getragen werden soll.

Die richtige Unterwäsche sollte möglichst unsichtbar bleiben

Bei figurbetonten und feinen Stoffen können sich Nähte, Spitzenstrukturen oder Bündchen stärker abzeichnen als erwartet. Hautfarbene, glatte und möglichst nahtarme Dessous sind deshalb häufig die unkomplizierteste Lösung. Bei einem tiefen Rücken, transparenten Partien oder besonderen Ausschnitten können wiederum andere Lösungen sinnvoll sein.

Kaufe spezielle Brautdessous daher nicht vorschnell, nur weil sie als solche bezeichnet werden. Zuerst sollte feststehen, welches Kleid du tatsächlich tragen wirst und wie dessen Oberteil konstruiert ist. Manchmal ist weniger darunter tatsächlich mehr.

Reifrock und Petticoat: der unsichtbare Helfer unter dem Kleid

Unter vielen Brautkleidern steckt mehr Konstruktion, als man von außen vermutet. Ein Reifrock oder Petticoat kann die vorgesehene Silhouette unterstützen, dem Rock Volumen geben und verhindern, dass mehrere Stofflagen ständig um die Beine fallen.

Dabei geht es nicht darum, jedes Brautkleid möglichst weit auszustellen. Reifröcke gibt es in unterschiedlichen Formen und Umfängen. Eine A-Linie benötigt beispielsweise einen anderen Unterbau als ein großer Prinzessinnenrock. Auch bei schmaleren Kleidern können spezielle Varianten sinnvoll sein.

Welcher Reifrock passt, hängt deshalb vom Schnitt, vom Stoff, vom gewünschten Volumen und von der Konstruktion des Kleides ab. Wenn dein Brautkleid für einen Reifrock vorgesehen ist, sollte dieser bei der finalen Längenanpassung ebenfalls berücksichtigt werden. Er verändert schließlich, wie der Rock fällt und wo der Saum endet.

Die Schleppe: vom dezenten Abschluss bis zum großen Auftritt

Eine Schleppe ist die Verlängerung des Rockes, die hinter der Braut über den Boden läuft. Schon wenige zusätzliche Zentimeter können einem Kleid einen festlichen Abschluss geben; bei sehr langen Schleppen wird sie dagegen selbst zu einem prägenden Gestaltungselement.

Bezeichnungen und genaue Längen können sich je nach Hersteller unterscheiden. Häufig begegnen dir jedoch Begriffe wie Sweep- oder Pinselschleppe für eine kurze Variante, Chapel für eine deutlich sichtbare mittlere Schleppe und Cathedral für besonders lange, repräsentative Ausführungen.

Und was passiert mit der Schleppe nach der Trauung?

Eine lange Schleppe sieht beim Einzug und auf Fotos wunderschön aus. Spätestens auf der Tanzfläche kann sie jedoch ziemlich unpraktisch werden. Viele Kleider lassen sich deshalb nach der Zeremonie hochstecken oder hochbinden. International wird eine solche Lösung häufig als „Bustle“ bezeichnet. Je nach Kleid kommen dafür unauffällige Schlaufen, Bänder, Knöpfe oder Haken zum Einsatz.

Lass dir bei der letzten Anprobe genau zeigen, wie diese Lösung funktioniert – und nimm am besten die Person mit ins Boot, die dir am Hochzeitstag dabei helfen soll. Ein kurzes Handyfoto der Befestigung kann später ebenfalls Gold wert sein. Zwischen Trauung, Gratulationen und Feier erinnert man sich nämlich nicht unbedingt daran, welche von mehreren kleinen Schlaufen wohin gehört.

Brautschuhe nicht erst ganz zum Schluss auswählen

Brautschuhe wirken zunächst wie ein Accessoire, das man irgendwann passend zum fertigen Kleid aussucht. Tatsächlich können sie aber Einfluss auf die Anpassung des Brautkleides haben. Besonders wichtig ist die Absatz- beziehungsweise Standhöhe, wenn der Saum auf deine endgültige Länge gebracht wird.

Deshalb solltest du zu dem Termin, bei dem die Kleidlänge festgelegt wird, möglichst bereits deine tatsächlichen Brautschuhe für die Hochzeit mitbringen. Ein anderes Paar mit vermeintlich gleicher Absatzhöhe ist nur eine Notlösung. Absatz, Plateau und Sohlenaufbau können dazu führen, dass du darin letztlich etwas anders stehst.

Nicht nur die Absatzhöhe entscheidet

Natürlich soll der Schuh zum Stil des Kleides passen. Mindestens genauso wichtig ist aber, dass du dich darin sicher bewegen kannst. Pumps, Riemchensandalen, flache Modelle oder bequeme Braut-Sneaker und Wedding Chucks können je nach Hochzeit und persönlichem Stil völlig unterschiedliche Vorteile haben.

Überlege dabei realistisch, was dein Hochzeitstag mit sich bringt. Findet die Trauung auf Kopfsteinpflaster statt? Werden die Fotos im Park gemacht? Möchtest du bis spät in die Nacht tanzen? Ein wunderschöner Schuh, in dem du nach einer Stunde kaum noch laufen möchtest, ist am Ende nicht die beste Ergänzung zu deinem Traumkleid.

Und noch ein Punkt wird häufig unterschätzt: Schuhe beeinflussen nicht nur die Kleidlänge, sondern auch deinen Stand und dein Gangbild. Laufe deshalb bei der Anprobe einige Minuten mit Kleid und Schuhen zusammen. So merkst du wesentlich besser, ob sich beides als Kombination wirklich gut anfühlt.

Weiß, Ivory, Creme oder Ecru? Brautkleidfarben sind vielfältiger als gedacht

Das klassische Brautkleid ist weiß – zumindest lautet die einfache Vorstellung. In der Realität begegnen dir im Brautmodengeschäft zahlreiche Abstufungen. Neben Reinweiß sind vor allem Ivory und warme Offwhite-Töne verbreitet; hinzu kommen Creme, Champagner, Blush und weitere Nuancen.

Außerdem beeinflusst das Material die Farbwahrnehmung. Glatter Satin reflektiert Licht anders als matter Tüll, Chiffon oder eine strukturierte Spitze. Ein Farbton kann deshalb auf zwei verschiedenen Materialien unterschiedlich erscheinen, obwohl beide vom Hersteller ähnlich bezeichnet werden.

Bei Accessoires zählt der tatsächliche Farbeindruck

Gerade bei Brautschuhen, Brautschleiern in Weiß und Creme (Ivory), Taschen und anderen Accessoires solltest du dich deshalb nicht ausschließlich auf eine Farbbezeichnung verlassen. „Ivory“ ist kein weltweit einheitlich definierter Farbton, den jeder Hersteller exakt gleich umsetzt.

Wenn Kleid und Accessoire unmittelbar nebeneinander getragen werden, zählt letztlich der sichtbare Gesamteindruck. Ein Stoffmuster deines Brautkleides kann bei der Auswahl deshalb hilfreicher sein als die bloße Angabe „Ivory“ auf zwei verschiedenen Etiketten.

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Brautkleid und Accessoires: Am Ende zählt das Gesamtbild

Das Brautkleid steht natürlich im Mittelpunkt – trotzdem entsteht dein vollständiger Brautlook erst durch das Zusammenspiel vieler Details. Schleier, Haarschmuck, Schmuck, Schuhe und Tasche sollten das Kleid ergänzen, statt miteinander um Aufmerksamkeit zu konkurrieren.

Ein reich verziertes Kleid mit auffälliger Spitze, Perlen oder Glitzerdetails braucht beispielsweise nicht zwangsläufig ebenso auffälligen Schmuck. Umgekehrt können bewusst gewählte Accessoires einem sehr schlichten Kleid eine ganz persönliche Richtung geben. Aus einem minimalistischen Look kann mit einem langen Schleier etwas ausgesprochen Festliches werden, während moderner Haarschmuck oder eine besondere Tasche einen ganz anderen Akzent setzt.

Der Schleier verändert die Wirkung des Kleides

Kaum ein Accessoire kann den Gesamteindruck so schnell verändern wie ein Schleier. Dabei spielen nicht nur Verzierungen eine Rolle, sondern vor allem Länge, Volumen und Transparenz. Ein kurzer, schlichter Schleier wirkt vollkommen anders als ein bodenlanger oder über die Schleppe hinausreichender Schleier.

Achte besonders darauf, wie Schleier und Kleid im Rücken zusammenspielen. Besitzt dein Kleid dort aufwendige Spitze, eine besondere Knopfleiste oder einen tiefen Rückenausschnitt, wäre es schade, wenn genau dieses Detail durch einen sehr dichten Schleier vollständig verdeckt wird. Ein feiner, transparenter Tüll kann in solchen Fällen die bessere Wahl sein. Eine Auswahl unterschiedlicher Brautschleier für unterschiedliche Brautkleider und Stilrichtungen kann dir dabei helfen, die Wirkung verschiedener Varianten miteinander zu vergleichen.

Haarschmuck und Schmuck auf das Kleid abstimmen

Auch beim Schmuck lohnt es sich, zunächst das Kleid wirken zu lassen. Hat das Oberteil bereits einen stark verzierten Ausschnitt, kann eine zusätzliche große Halskette schnell zu viel werden. Bei einem schlichten Kleid kann gerade ein auffälligeres Schmuckstück dagegen zum gewünschten Blickfang werden.

Ähnlich verhält es sich mit dem Haarschmuck. Diadem, Haarreif, Haarkamm oder einzelne Haarnadeln wirken je nach Frisur und Kleid sehr unterschiedlich. Wenn du noch nach der passenden Richtung suchst, findest du unter unserem Haarschmuck für Brautfrisuren verschiedene Möglichkeiten für zurückhaltende und auffälligere Looks.

Die Anprobe ist kein Fotoshooting – bewege dich!

Vor dem Spiegel sieht ein Kleid möglicherweise perfekt aus. An deinem Hochzeitstag wirst du allerdings nicht acht oder zehn Stunden regungslos darin stehen. Genau deshalb gehört zu einer guten Anprobe mehr als die Frage, ob dir dein Spiegelbild gefällt.

Gehe ein paar Schritte. Setze dich hin. Stehe wieder auf. Hebe die Arme und bewege dich so, wie du es später beim Tanzen tun würdest. Achte darauf, ob etwas einschneidet, verrutscht oder deine Bewegungsfreiheit stärker einschränkt, als du erwartet hast. Bei einem Kleid mit Schleppe solltest du außerdem ausprobieren, wie du dich damit drehst und wie sie sich gegebenenfalls hochstecken lässt.

Dasselbe gilt für die Schuhe. Laufe nicht nur einmal vor dem Spiegel auf und ab. Trage sie während der Anprobe eine Weile zusammen mit dem Kleid. So bekommst du ein wesentlich realistischeres Gefühl dafür, wie sich dein kompletter Look später bewegt.

Nimm zur finalen Anpassung alles Wichtige mit

Spätestens wenn die endgültige Länge und Passform des Brautkleides festgelegt werden, sollten die wesentlichen Bestandteile deines Looks feststehen. Dazu gehören vor allem die tatsächlichen Brautschuhe sowie – sofern vorgesehen – Reifrock und die Unterwäsche, die du unter dem Kleid tragen möchtest.

Auch Accessoires können bei diesem Termin hilfreich sein. Wenn du beispielsweise zwischen zwei Schleierlängen oder verschiedenen Schmuckvarianten schwankst, lässt sich die Entscheidung zusammen mit dem Kleid oft viel leichter treffen als zu Hause anhand einzelner Produktbilder.

Brautkleid-Begriffe kurz erklärt

Und falls dir beim nächsten Termin wieder ein Begriff begegnet, den scheinbar alle außer dir kennen: Keine Sorge. Die wichtigsten Bezeichnungen lassen sich ziemlich einfach übersetzen.

A-Linie: Ein oben eher körpernahes Kleid, dessen Rock sich nach unten verbreitert und dadurch an die Form eines „A“ erinnert.

Applikation: Ein zusätzlich auf den Stoff aufgebrachtes Schmuckelement. Das können beispielsweise Spitzenmotive, Blüten, Perlen oder dreidimensionale Verzierungen sein.

Bodice: Der englische Begriff bezeichnet das Oberteil eines Kleides. In internationalen Brautmode-Kollektionen und Onlineshops wirst du ihm relativ häufig begegnen.

Fit & Flare: Eine körpernahe Silhouette, die Oberkörper, Taille und Hüftbereich betont und anschließend in einen weiter werdenden Rock übergeht.

Illusion: Sehr feiner transparenter Tüll, der möglichst unauffällig auf der Haut liegen soll. Darauf können beispielsweise Spitze, Perlen oder Stickereien angebracht werden.

Mikado: Ein strukturierter, vergleichsweise formstabiler Stoff mit eleganter Oberfläche, der sich besonders für klare Linien und definierte Silhouetten eignet.

Overskirt: Ein zusätzlicher, abnehmbarer Überrock. Damit kann sich die Silhouette eines Brautkleides verändern – beispielsweise vom schmaleren Kleid bei der Feier zum voluminöseren Look während der Trauung oder umgekehrt.

Plunge: Ein besonders tiefer Ausschnitt, häufig in V-Form. Teilweise wird er durch nahezu unsichtbaren Tüll stabilisiert.

Train: Der englische Begriff für die Schleppe des Brautkleides.

Bustle: Eine Möglichkeit, die Schleppe nach der Trauung am Kleid hochzustecken oder hochzubinden, damit sie beim Gehen und Tanzen weniger stört.

Was du wirklich wissen musst? Weniger, als du denkst

Du musst bei deiner ersten Brautkleidanprobe weder den Unterschied zwischen jedem Stoff kennen noch sämtliche Ausschnittformen auswendig benennen können. Die Begriffe sollen dir helfen – nicht deine Auswahl komplizierter machen.

Viel wichtiger ist, dass du beschreiben kannst, was du an einem Kleid magst und was nicht. Vielleicht liebst du den Stoff, möchtest aber weniger Volumen. Vielleicht gefällt dir die Silhouette, aber nicht der Ausschnitt. Oder du stellst bei der Anprobe fest, dass genau der Schnitt fantastisch an dir aussieht, den du vorher auf Fotos konsequent ausgeschlossen hast.

Und denke bei aller Begeisterung für das Kleid auch an den Hochzeitstag selbst. Du wirst darin gehen, sitzen, Menschen umarmen, fotografiert werden, essen und wahrscheinlich tanzen. Ein gutes Brautkleid sollte deshalb nicht nur in dem Moment überzeugen, in dem du vor dem Spiegel stehst. Es sollte dich durch diesen ganzen Tag begleiten.

Unser Tipp: Erst das Kleid – dann Schritt für Schritt den Brautlook vervollständigen

Steht dein Brautkleid fest, wird vieles einfacher. Jetzt kennst du Farbe, Material, Silhouette, Ausschnitt und Stil und kannst die weiteren Details gezielt darauf abstimmen. Statt alle Accessoires gleichzeitig auswählen zu wollen, kannst du deinen Look Stück für Stück entstehen lassen.

Beginne mit den Dingen, die auch praktisch Einfluss auf das Kleid haben. Dazu gehören vor allem die passenden Brautschuhe für dein Brautkleid und gegebenenfalls der richtige Reifrock. Danach können Schleier, Schmuck, Haarschmuck und Tasche folgen.

So entsteht am Ende kein Brautlook nach einer vermeintlichen Regel, sondern einer, bei dem Kleid, Schuhe und Accessoires zusammenpassen – und vor allem zu dir.

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